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Google Analytics vs Matomo

Website-Tracking ist der beste Freund der Marketingabteilung und der schlimmste Feind des Datenschützers. Ohne Analyse geht es nicht, aber dennoch sollen die Daten nicht mißbraucht werden.

Jahrelang gab es neben Google Analytics keinen ernstzunehmenden Konkurrenten, um Websites zu analysieren, Nutzerfluss zu tracken und Aktionen auf der Seite sichtbar zu machen. Doch die langsame Reaktion Googles, sich an europäische Datenschutzbestimmungen anzupassen, hat gleich mehrere verschiedene Tools gestärkt und zu Wettbewerbern heranwachsen lassen. Matomo, der bekannteste Konkurrent, ist bereits seit Jahren auf dem Markt, aber erst in den letzten Monaten wirklich relevant geworden. Es wird Zeit für einen Vergleich.

Größter Unterschied: Datenschutz

Der größte Unterschied zwischen beiden Tools ist der unterschiedliche Umgang mit Datenschutzfragen. Während Google-Dienste nicht konform mit den geltenden Vorschriften der DSGVO eingesetzt werden können, ermöglicht Matomo durch zahlreiche Features eine Einbindung ohne Datenschutzbedenken. Matomo speichert die analysierten Daten auf dem Webspace des Seitenbetreibers, Google Analytics speichert diese auf den Servern des Konzerns. Die Datenhoheit bleibt also bei der Verwendung von Matomo beim Seitenbetreiber. Bei Google verlassen die Daten somit den deutschen und europäischen Raum und werden in den USA verwertet. Zusätzlich bietet Matomo die automatische Anonymisierung der Nutzerdaten an. Dieses Feature lässt sich bei Bedarf jedoch umstellen – die Einbindung achtet dennoch geltende Datenschutzbestimmungen. Dennoch ist es vor allem in Deutschland aktuell noch sinnvoll, Matomo nur zusammen mit einem funktionierenden Cookie Consent einzubauen.

Unterschiede in der Performance

Der datenschutzkonforme Einbau ist jedoch nicht der einzige Unterschied zwischen Matomo und Google Analytics. Auch in der Performance gibt es einige Aspekte, die beachtet werden müssen. Beide Tools müssen per Code-Schnipsel auf der Website eingebaut werden und analysieren im Anschluss das Verhalten der Nutzer. Google Analytics ermöglicht es, demographische Datensätze zu identifizieren, wodurch eine extreme Detailtiefe der Analyse ermöglicht wird. Die User Journey auf einer Website kann somit für einzelne Nutzer sehr tiefgreifend herausgearbeitet werden. Allerdings sind diese Daten nicht immer ausreichend valide, da Google Analytics bei Nutzern eines Adblockers unter Umständen keine oder nur ungenügende Daten sammelt. Matomo hingegen liefert weniger tiefgreifende Ergebnisse, diese sind aber exakter und realistischer. Dank einer Open-Source Anwendung aktualisiert sich die Blacklist mit Referrer-Spam fortlaufend, wodurch eine höhere Analysequalität gesichert wird. Bei Analytics muss diese Liste manuell erweitert werden. Analytics ist sinnvoll für sehr tiefe Analysen, während Matomo realistischere und genauere Ergebnisse liefert. Als zusätzlichen Bonus liefert Matomo einen eigenen Marktplatz mit Plugins, um die Funktionalität der eigenen Lösung zu erweitern oder gegebenenfalls eigene Plugins zu programmieren und konfigurierern. Während Analytics trotz extrem hoher Funktionalität irgendwann Grenzen gesetzt sind, kann Matomo quasi beliebig erweitert werden. Da beide Tools jedoch bereits in der Grundversion sehr viele wichtige Datensätze liefern, bleibt die Erweiterungsfähigkeit wohl nur absoluten Spezialisten vorbehalten.

Ein weiterer Unterschied ist ebenfalls hauptsächlich für große Websites oder Agenturen relevant. Google Analytics beschränkt die Auswertungen auf zehn Millionen Aktionen pro Monat, zusätzlich können in einem Konto nicht mehr als 50 verschiedene Projekte angelegt werden. Man kann das durch Anlegen mehrerer Konten umgehen, jedoch ändert das nichts an der Obergrenze von 10 Millionen Aktionen pro Monat. Derartige Einschränkungen existieren bei Matomo nicht, hier werden alle anfallenden Aktionen gewertet.

Welches Tool ist sinnvoller?

Gäbe es einen klaren Favoriten, so würden sich Kunden, Unternehmen und Agenturen klar entscheiden. Die Tatsache, dass Matomo jedoch sehr starken Zulauf generieren kann zeigt, dass beide Tools sehr sinnvoll und auf ihre Art nützlich sind. Google Analytics überzeugt durch die quasi nahtlose Verbindung zu anderen Diensten wie Google Ads oder Tag Manager sowie durch die extreme Detailtiefe der Analysen. Auch die kostenlose Nutzung ist ein entscheidender Faktor. Allerdings schwebt über dem Einsatz der Google Dienste permanent die dunkle Wolke des Datenschutzes. Hier sind die Lösungen nicht ausreichend vorbereitet. Man kann dies zwar durch einen Opt-In umgehen, so dass Website-Besucher einer Nutzung ausdrücklich zustimmen müssen. Allerdings verliert man so alle User, die einer Nutzung widersprechen. Die gewonnen Daten sind dann womöglich nicht mehr repräsentativ, eignen sich aber immer noch, um Trends ablesen zu können.

Für Matomo spricht eindeutig die Konformität hinsichtlich der DSGVO sowie die exakteren und realistischeren Analyseergebnisse. Bei einem Einsatz von Matomo ist auch kein Opt-In nötig, wodurch mehr reale Nutzerdaten in die Analyse einfließen. Allerdings gehen diese Analysen nicht so extrem ins Detail wie die von Google Analytics. Zudem ist die Verknüpfung mit Google Ads etwas komplizierter.

Fazit

Website-Tracking ist ein essentieller Bestandteil der Seitenoptimierung. Unternehmen müssen wissen, welche Inhalte relevant sind und wie sich die Besucher auf der eigenen Seite verhalten. Für den Großteil der Unternehmen ergeben sich bei der Datenanalyse keine relevanten Unterschiede. Die wichtigsten KPIs sind in beiden Tools vorhanden. Der Einsatz von Analytics erfordert ein Opt-In, wodurch die Daten lediglich eine Stichprobe darstellen. Matomo liefert exaktere, aber weniger tiefe Daten. Unternehmen stehen nun vor der Entscheidung, eines der beiden Tools oder ein Tool anderer Anwender zu integrieren. Eine Kombination aus Matomo und Analytics inkl. Datenvergleich ist sicherlich auch eine Möglichkeit. Wichtig ist nur, dass die Zugriffe in irgendeiner Weise getracked werden.

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